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Heida – der Alpenwein

Text: Chandra Kurt Foto: swisswine

«Heida» ist eine der spannendsten Traubensorten aus dem Wallis. Die Reben fühlen sich auch auf über 1100 Meter über Meer wohl: Der daraus vinifizierte Wein ist sehr aromatisch und kräftig. Einige Winzer bezeichnen ihn auch als Gletscherwein, obwohl er mit diesem nur entfernt verwandt ist.

Heida hat nichts mit Heidi zu tun, ausser vielleicht, dass beide die Berge lieben, denn Heida ist eine alte Schweizer Traubensorte, die bis auf über 1100 Meter über Meer kultiviert wird. Man nennt sie manchmal auch Savagnin blanc, Païen oder Traminer. Im Wallis werden über 80 Hektaren mit ihr kultiviert – Tendenz steigend. Die Aromatik ist blumig, manchmal exotisch-fruchtig und verfügt über eine markante Säure sowie ein intensives Volumen. Aus Heida-Trauben werden in- zwischen sowohl trockene als auch leichte Süss- oder Likörweine produziert, die ei- nen eher höheren Alkoholgehalt von rund 13,5 Volumenprozent aufweisen.

Auch als «Païen» bekannt

Im Wallis wurde die Rebsorte unter dem Namen «Heida» bereits Ende des 16. Jahrhunderts erwähnt. Eine Untersuchung von 1901 nennt sie als sehr alte, in Visperterminen angebaute Sorte. Auch wenn Visperterminen lange der einzige Walliser Ort war, in dem Heida kultiviert wurde, so hat die wachsende Freude der Winzer an dieser Traube dafür gesorgt, dass sie ins Unterwallis gelangte und weitere Popularität erlangte. Beim Namen «Heida» denkt man im deutschen Sprachraum unwillkürlich an das Wort «Heide». Tatsächlich stand das Wort «Heida» im alten Oberwalliser Dialekt denn auch für alt, urtümlich und unchristlich. Man findet dieses Wort auch in der Bezeichnung «Heidenhäuser» für alte Häuser oder im Namen «Heido» für die älteste Suone (historische Wasserleitung) von Visperterminen. Seit 1812 nennen die französischsprachigen Walliser den Heida auch Païen.

Ein Gletscherwasser anderer Art

Einige Winzer schreiben auf ihre Heida-Etikette zusätzlich den Begriff «Gletscherwein». Zugegeben, die Traube wächst bis in hohe Lagen, aber der echte Gletscherwein kommt aus einer Gemeinde in einem anderen Seitental des Oberwallis, nämlich aus Grimentz im Val d′Anniviers. Hier schlummert in alten Lärchenfässern der richtige Gletscherwein. Dabei handelt es sich um einen nach dem Solera-System produzierten Wein aus der Sorte «Reisi», dessen Grundwein auf das Jahr 1865 zurückgeht. Das Solera-System folgt dem Prinzip der Sherry-Herstellung, bei der durch ein spezielles Lagerverfahren junge und alte Weine vermischt respektive «verheiratet» werden. Warum also nennt man den Heida ebenfalls Gletscherwein? Der Winzer Josef-Marie Chanton meint dazu: «Mein Vater nannte den Heida Gletscherwein, weil die Heida-Reben so hoch oben wachsen, dass sie die Gletscher sehen können.»

Der Heida passt zu vielem

Kulinarisch lässt sich der Heida ganz verschieden kombinieren. Ein würziger Bergkäse oder gar ein kräftiges Fondue passen hervorragend zu einem kühlen Glas Heida. Vor allem, wenn einem ein Fendant zu trocken und neutral erscheint. Ein Heida harmoniert ausgezeichnet mit einer Tarte Flambée, mit Geflügel oder Kalbfleisch sowie mit Koriander, Ingwer, Zitronengras oder Curry.

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