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Pasta und Wein: Eine Liebesheirat

Teigwaren gehören zu meinen Lieblingsspeisen. Mehrmals pro Woche kommt ein Teller Pasta mit einem Glas Wein auf den Tisch. Beim Wein kann es sich um einen ganz einfachen oder auch um einen ganz edlen Tropfen handeln. Denn Pasta ist ein ganz toller Weinpartner.

Text: Chandra Kurt
Foto: Gian Vaitl

Teigwaren sind für mich ein Grund-Nahrungsmittel. Sie schmecken gut, sind einfach zuzubereiten und lassen sich perfekt mit Gemüse- oder Fleischsaucen kombinieren. Im Notfall schmecken sie auch einfach mit etwas Reibkäse, zerlassener Butter sowie Salz und Pfeffer gut. Und: Kohlenhydrate, also Pasta, sind ein gutes Fundament für den Körper. Sie sorgen dafür, dass einen der Wein nicht sofort «ausser Gefecht» setzt.

 

Die Harmonie: Fein abgestimmt 

Die Kombination von Pasta und Wein sollte eigentlich kein Kopfzerbrechen bereiten. Bei der Überlegung, welcher Wein zu welcher Pasta passt, spielt die Sauce eine zentrale Rolle. Beispielsweise Spaghetti: Eine Tomatensauce harmoniert eher zu einem gerbstoffreichen Rotwein (Humagne rouge, Syrah, Merlot), während die Thonsauce gut zu einem üppigen Chardonnay, Ermitage oder Viognier passt. Ohne Sauce, also nur mit Butter und Salz, kann man die Teigwaren zu beiden Weinen servieren. Bei einer Lasagne ist es ebenfalls die Füllung, die den Entscheid für den Wein beeinflusst. Bei den Tortellini mit Zitronen-Ricotta-Füllung sollte man bedenken, dass die Zitronenaromatik dominant ist. Ein passender Wein sollte daher mit dem Zitronengeschmack kombinierbar sein. In diesem Fall denke ich an einen Petite Arvine, einen in der Barrique ausgebauten Riesling Sylvaner oder gar an einen Chasselas. Weil man bei Pasta, Tagliatelle und Canelloni automatisch an Italien denkt, sind Tessiner Weine immer ein sicherer Wert – ob weiss, rosé oder rot.

Kombiniert man das Gericht mit frischen Kräutern, so ist das Gewürz der Aromapartner des Weins. Bei Dill trinke ich beispielsweise einen Riesling Sylvaner oder einen Kerner; bei Basilikum einen Rosé (Oeil de Perdix, Dôle blanche) oder gar einen delikaten Pinot noir; bei Koriander einen Heida, Petite Arvine oder Humagne blanche und bei Salbei einen Chardonnay, Aligoté oder Gamay.

 

Der Kontrapunkt: Einfach und edel 

Ich mache mir auch immer wieder einen Spass daraus, zu einem ganz einfachen Teller Spaghetti einen ganz edlen Wein zu trinken. Denn wenn man einen Wein mit einfacheren Speisen geniesst, lernt man ihn besser kennen. Man spürt Finessen und Charakterzüge einfacher heraus und behält ihn auch besser in Erinnerung. Kurz: Der Geist ist nicht durch einschüchternde Speisekreationen in Beschlag genommen, sondern kann sich ganz dem Wein widmen. Eins ist sicher: Ein Top-Wein schmeckt nicht nur zur Haute Cuisine gut.

Im Gegenteil. Was auch wunderbar schmeckt und dem Moment manchmal sogar eine bezaubernde Stimmung verleiht, ist ein Glas Schaumwein zu einem ganz einfachen Teller Spaghetti. In Italien gibt es einige Restaurants, in denen man den Schaumwein vorher in eine Karaffe dekantiert. Manchmal mache ich das zu Hause auch. Und ich bin jedes Mal erstaunt, wie speziell die Mahlzeit plötzlich schmeckt – allein, weil eine ungewohnte Kombination Platz auf dem Esstisch gefunden hat.

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